Die Quelle der Freiheit

 

Wenn ich in diesen Tagen in die Welt blicke, kommt mir die erste von Buddhas edlen Wahrheiten in den Sinn: Leiden existiert. An so vielen Orten zeigen sich Not und Elend, das Leid, das sich aus Haß, Gier und Verblendung entsteht. Leiden existiert, hier und jetzt.

Wozu nehmen wir Zuflucht in diesen Tagen? Was trägt in Zeiten, in denen das Leben von vielen als immer unsicherer erfahren wird? Alle Versuche, aus den Zyklen des Leidens auszusteigen ohne die Wurzeln des Leidens selbst zu erforschen, wird dazu führen, dass wir noch mehr von den Ersatzstoffen brauchen, die uns vorgaukeln, dass doch alles gut ist.

In meiner Arbeit beobachte ich immer wieder, wie heilsam es ist, wenn Menschen sich trauen, ihrem Lebensschmerz zu begegnen und nicht mehr ausweichen. Erst in dieser Begegnung enthüllt sich das eigentliche Kraft- und Heilungspotenzial, das sich hinter den mühsamen Versuchen verbirgt, das eigene Leiden von sich fernzuhalten. Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages.

Wir brauchen den Mut, persönlich wie kollektiv, in das Zentrum dessen vorzudringen, was Leiden verursacht. Darin liegt die Quelle der Freiheit. Darin liegt liegt auch die Ermächtigung dazu, aufzustehen und Nein zu sagen, wenn es ansteht, klare Grenzen zu setzen – individuell und kollektiv. Die Wahrheit darüber auszudrücken, was wir wahr-nehmen in unseren privaten Beziehungen und in den politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Zusammenhängen. Wenn der Kaiser keine Kleider mehr trägt, sollten wir nicht auf ein Kind warten, das diese Wahrheit benennt – und dann wohlmöglich noch peinlich berührt sein.

Ich wünsche mir, dass sich immer Menschen in diesem Wissen verbinden und mit aller Entschlossenheit daran arbeiten, die Schleier der Ignoranz zu lüften und so miteinander eine Neue Welt entstehen zu lassen. Eine Weisheit der Ureinwohner Amerikas sagt: Ein Krieger ist nicht der, der keine Angst hat, sondern der, der trotz seiner Angst für seine Sache eintritt. Ich möchte ergänzen: Eine Kriegerin oder ein Krieger ist der Mensch, der bereit ist, in die Essenz des Leidens einzutauchen, auch wenn es sinnlos erscheint, weil er weiß, dass dort die Quelle der Liebe sprudelt.

Nutzt alle Möglichkeiten, Mut und Entschlossenheit zu trainieren, verbindet euch und hört nicht auf, die Dinge beim Namen zu nennen, die euch merkwürdig vorkommen und genießt das Leben.

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Gemeinsam leben

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gemeinsamleben
Wir haben den Namen unserer Seite geändert von Communità Terra Buona – Wieder-Verbinden mit dem Leben zu  … – Gemeinsam leben.
Das Wort „Wieder-Verbinden“ traf nicht ganz unsere Ausrichtung. Auch wenn es so scheint, dass viele von uns ihre Verbindung zu sich selbst, zur Welt und zu Gott verloren haben, so lebe ich dennoch aus der Überzeugung, dass kein Mensch aus seiner wesenhaften Verbindung zum Leben herausfallen kann, wir bleiben verbunden, ganz gleich, was geschieht, ganz gleich, wie getrennt wir uns fühlen und unabhängig davon, ob wir uns wie getrennte Einzelwesen verhalten. Man könnte manchmal auch meinen, die Erde sei flach, aber sie bleibt rund.
Unsere Absicht ist es, Menschen Räume zur Verfügung zu stellen und eine Atmosphäre zu gestalten, wo die Verbundenheit mit sich selbst und dem Ganzen wieder erfahrbar werden kann, wo wir uns begegnen können und im Kontakt zu dem finden, was wir sind. Das geschieht in unserer Seminararbeit sowie an den Orten unseres Wirkens in Assisi und in Simonswald bei Freiburg. Das wollten wir ausdrücken mit dem Wort „Wieder-Verbinden“, aber es erscheint uns nun zu mißverständlich.
Daher wählen wir als neuen Untertitel Gemeinsam leben: Wir sind in all dem verbunden, was das Leben umfasst: in unserem Menschsein mit Körper, Geist und Seele, mit allen lebenden Wesen, mit der Erde und ihren evolutionären Vorgängen, mit der geistigen Welt und der Göttlichen Liebe. In diesem Bewusstsein leben wir gemeinsam. Auf Terra Buona bedeutet das eine Weile den Lebensraum zu teilen, in Stille zu sitzen, auf dem Land zu arbeiten, sich zu begegnen und auszutauschen, Natur zu erleben, Franz von Assisi kennenzulernen und das Leben zu genießen.
Wir freuen uns auf die Begegnung.