Weihnachtskrippe – made by Francesco

 

Nun ist es nichtmehr zu übersehen: die Welt bereitet sich wie alle Jahre auf eine Konsumschlacht vor, die immer noch Weihnachten genannt wird, obwohl immer weniger Menschen wissen, was da eigentlich gefeiert wird. Und noch weniger wissen, dass Franziskus von Assisi einen großen Anteil daran hatte, dass dieses Fest der Geburt Jesu wieder an den Platz gerückt wurde, wo es hingehört. Im Mittelalter war das Fest nämlich schon einmal pervertiert: die Reichen prassten und schlemmten in Glanz und Glorie, während die Kleinen und Armen buchstäblich nichts hatten. Die Kluft zwischen Armen und Reichen war im 13. Jahrhundert tief und schroff. Und heute ist es nicht anders.

Franziskus bemerkte die Diskrepanz: Jesus wurde im Stall geboren, die ersten, die ihn besuchten, waren Hirten und zeitlebens fühlte er sich zu den Armen, den Benachteiligten und Randgruppen hingezogen. Das konnte für den heiligen Rebell nicht so stehen bleiben. Da er weniger ein Mann des Wortes, sondern eher ein Mann der Tat war, lud er am Heiligabend die kleinen Leute in seine Einsiedelei nach Greccio ein, um mit ihm das Weihnachtsfest zu feieren: er baute eine Futterkrippe, ließ einen Ochsen und einen Esel mitbringen, entzündete Kerzen, legte ein Kind in die Krippe und sang dasWeihnachtsevangelium. Und jeder der gekommen war, verstand die Botschaft.

 

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

 

Seither basteln und gestalten übrigens Menschen in der ganzen Welt Krippen und stellen dar, was die Weihnachtsgeschichte uns erzählt: Gottwird Mensch in einem Stall.

Meister Eckehart sagt es in seiner mystischen Sprache: „In jedem Moment gebiert Gott seinen Sohn im innersten der Seele.“

Weihnachten ist hier und jetzt – immer.

 

 

 

(Das Bild zeigt die Darstellung der Geschichte von Giotto in der Basilika San Francesco in Assisi. Der Künstler verlegt die Szene in den Kirchenraum hinter dem Lettner, der eigentlich nur für den Klerus zugänglich und für das Volk verschlossen war. Man sieht sogar die Aufhängung des Kreuzes von hinten: alles nur Kulisse.)

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